von Kerstin Radomski
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22. April 2026
Ich hatte die Freute als Vorsitzende der fraktionsübergreifenden Berichterstattergruppe „Internationale Austauschprogramme“ des Deutschen Bundestages mit Victoria Roberts, Acting Deputy Assistant Secretary im United States Department of State, zu einem Austausch zu treffen. An dem Gespräch nahmen Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen teil. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung und die strategische Bedeutung parlamentarischer Austauschprogramme zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Für mich sind die Transatlantische Austauschprogramme eine Investition in unsere gemeinsamen Interessen. Sie stärken das Verständnis füreinander, schaffen belastbare Netzwerke und leisten damit einen wichtigen Beitrag für wirtschaftliche Zusammenarbeit und politische Stabilität zwischen Deutschland und den USA. Die Berichterstattergruppe begleitet fraktionsübergreifend die internationalen Austauschprogramme des Deutschen Bundestages, darunter insbesondere das Parlamentarisches Patenschaftsprogramm (PPP), und setzt sich für deren Weiterentwicklung ein. Krefeld, 1983 und die Wurzeln des PPP Die enge Verbindung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten hat auch einen klaren Bezug zu Krefeld: Bereits 1683 wanderten 13 Familien von dort nach Pennsylvania aus und begründeten mit Unterstützung von William Penn und Franz Daniel Pastorius die Siedlung Germantown, die erste geschlossene deutsche Ansiedlung in Nordamerika. Es handelte sich dabei vor allem um Mennoniten, die als Glaubensflüchtlinge nach Amerika aufbrachen. Genau 300 Jahre später, im Jahr 1983, wurde das 300-jährige Jubiläum dieser ersten organisierten deutschen Einwanderung nach Nordamerika im Rahmen der „Philadelphiade“ zeitgleich in Krefeld und Philadelphia gefeiert. Im selben Jahr riefen der Deutsche Bundestag und der US-Kongress das Parlamentarische Patenschaftsprogramm ins Leben. In der Zeit der Präsidentschaft von Ronald Reagan und der Kanzlerschaft von Helmut Kohl wurde damit ein bewusstes Zeichen für die Zukunft der transatlantischen Beziehungen gesetzt. Aus der Erinnerung an die erste Auswanderung entstand so ein modernes Austauschprogramm, das bis heute jungen Menschen ermöglicht, als „Junior-Botschafter“ Brücken zwischen Deutschland und den USA zu bauen. Von den Krefelder Auswanderern im 17. Jahrhundert bis zu den Austauschprogrammen unserer Zeit zieht sich eine Verbindung, die zeigt, wie wichtig persönliche Begegnungen für unsere Beziehungen sind. Diese Tradition führen wir heute mit dem PPP fort. Starke Beteiligung aus dem Wahlkreis Auch im aktuellen Programmjahr ist unser Wahlkreis stark vertreten: Mit der Schülerin Emma Scherf (16) aus Neukirchen-Vluyn sowie dem jungen Berufstätigen Maximilian Neiß (22) aus Krefeld nehmen in diesem Jahr gleich zwei Stipendiaten am Parlamentarischen Patenschaftsprogramm teil, die ich als Patenabgeordnete begleite. Das Programm richtet sich sowohl an Schülerinnen und Schüler als auch an junge Berufstätige und umfasst zwei unterschiedliche Programmlinien: Während Schülerinnen und Schüler ein Schuljahr an einer Highschool verbringen und in einer Gastfamilie leben, wo sie den ‚American way of life‘ unmittelbar kennenlernen, absolvieren junge Berufstätige zunächst einen College-Aufenthalt und sammeln anschließend praktische Erfahrungen in Unternehmen vor Ort. Jetzt für das PPP bewerben Die Bewerbungsfrist für das nächste 44. PPP 2027/28 endet am 11. September 2026. Willkommen sind laut dem Deutschen Bundestag Bewerbungen von Schülerinnen und Schülern aller Schularten zwischen 15 und 18 Jahren sowie von jungen Berufstätigen bis zu einem Alter von 24 Jahren. Infos zum Bewerbungsverfahren findet man unter www.bundestag.de/ppp. Ich kann allen jungen Menschen aus Krefeld, Moers und Neukirchen-Vluyn nur empfehlen, diese einmalige Chance zu nutzen. Das PPP eröffnet nicht nur neue Perspektiven, sondern schafft Freundschaften und Erfahrungen, die ein Leben lang prägen. Weitere Informationen und Bewerbungsmöglichkeiten finden Interessierte auf den Seiten des Deutschen Bundestages.